Urinabgang
Da die Blase ein komplexes Organ darstellt, können unterschiedliche Störungen auch gemischt auftreten. In jedem Fall ist deshalb eine genaue Untersuchung zur Festlegung der richtigen Therapie erforderlich. Ziel ist es, die vorliegenden Beschwerden möglichst definitiv zu beheben und Ihnen dazu wieder zu einem unbeschwerten Lebensgefühl zu verhelfen.
Als unwillkürlichen Urinverlust oder Harninkontinenz bezeichnet man jeden unfreiwilligen Urinabgang. Die Urininkontinenz ist eine therapierbare Krankheit. Sie betrifft mehrheitlich Frauen und führt zum Teil zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität. Schätzungen zufolge ist jede zweite Frau in der Schweiz davon betroffen. Jede 3. Frau leidet unter Stressinkontinenz, jede 5. Frau unter Dranginkontinenz.
Stress- oder Belastungsinkontinenz
Verlieren Sie vor allem bei körperlicher Anstrengung, z.B. beim Sport, beim Treppen gehen ohne eine Dranggefühl Urin, handelt es sich bei Ihnen wahrscheinlich um eine Stress- oder Belastungsinkontinenz.
Bei einer Belastungs- bzw. Stressinkontinenz funktioniert der Blasenschliessmuskel nicht mehr optimal. Der Muskel liegt ringförmig um die Harnröhre und verschliesst sich normalerweise bei Bewegungen und Druckanstieg (zum Beispiel beim Heben von Lasten oder beim Niesen) im Bauchraum. Liegt eine Schliessmuskelschwäche vor, verlieren Sie typischerwise Urin beim Husten und Niesen, in ausgeprägteren Fällen auch schon beim Gehen oder bei jeder kleinen Bewegung. Oft beginnen diese Probleme im Rahmen einer Schwangerschaft beziehungsweise nach der Geburt. Meistens werden die Symptome im Lauf der Jahre schlimmer.
Was Sie unbedingt wissen sollten: Unsere Erfahrung zeigt, dass die Behandlung von Belastungsinkontinenz sehr hohe Erfolgschancen aufweist.
Dranginkontinenz oder hyperaktive Blase
Ist der Urinverlust immer mit Harndrang verbunden, leiden Sie vermutlich unter einer Dranginkontinenz oder hyperaktiven Blase. Von einer Dranginkontinenz oder überaktiver Blase spricht man beim Vorliegen eines sehr oft auftretenden Harndranges, der gegebenenfalls bei nicht rechtzeitigem Erreichen des WC's zu einem Urinabgang führt. Ursächlich hierfür sind unbewusste, unkontrollierbare Muskelkontraktionen des Blasenmuskels (M. Detrusor), der für die Entleerung der Blase eine Rolle spielt. Durch diese Hyperaktivität werden die Patienten plötzlich und in unpassenden Situationen von einem starken Harndrang befallen.
Für die Betroffenen ist dieser "Kontrollverlust" über die Blase sehr störend. Die Belastung kann so weit führen, dass die Flüssigkeitsaufnahme aktiv vermindert oder soziale und sportliche Aktivitäten aus Angst vor peinlichen Situationen eingeschränkt werden. Das muss nicht sein!
Bei der Dranginkontinenz kommen verschiedene medikamentöse Behandlungswege zum Zuge. Wenn Medikamente nicht helfen, arbeiten wir mit weiterführenden erfolgreichen Therapieformen.
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